Bist du auch offen und transparent?
Dies ist ein Meinungsartikel und nicht die absolute Wahrheit 🙃
Ich zeige mich - Transparenz ist nice
Ganz lange war ich sehr stark darauf bedacht, wem ich meine Daten "verschenkte". Und ich konnte den Satz "Ich habe nichts zu verbergen" gar nicht nachvollziehen. Unterdessen bin ich teilweise sogar auch der Meinung, dass es gar nicht so schlimm ist, wenn man mehr von mir weiss. Schliesslich will ich mich nicht verstecken müssen. Und genau bei 📖 FOSS geht es schliesslich auch um Transparenz. Der ganze Code ist öffentlich und einsehbar. Warum soll das bei uns Menschen schlimm sein?
Privat
Klar, einiges ist nicht geheim, sondern privat. Und da stimmen mir wohl die meisten Menschen zu. So sind z.B. viele Chats nicht sehr geheim, sondern viel mehr geht es einfach niemanden etwas an, was dort steht. Anderes ist tatsächlich einfach egal und könnte auch öffentlich sein.
Mir geht es schon länger um etwas ganz anderes. Es geht mir nicht mehr darum, ob etwas privat oder geheim ist und ob man etwas zu verbergen hat. Viel entscheidender ist für mich, was die Folgen sein können. Dazu habe ich mir Folgendes überlegt:
Ist dir das auch egal?
- Dir werden auf Social Media gezielt Informationen nicht angezeigt. Ist dir das egal?
- Du kaufst Produkte, welche dir schaden, unnützlich sind und dich eigentlich nicht interessieren. Trotzdem kaufst du sie. Ist dir das auch egal?
- Du bekommst nur noch Infos aus deiner Blase. Ist dir das wirklich egal?
- Du stimmst das ab, was andere wollen, ohne, dass du es merkst? Gefährlich oder auch egal?
- Mit deinen Daten verdienen Big Tech Unternehmen Milliarden. Welche Werte vertreten diese Unternehmen? Ist es dir egal, welche Regierungen du so (unbewusst) unterstützt?
- Andere entscheiden über dein Verhalten. Möchtest du das?
Alles übertrieben?
Mag sein, dass ich übertreibe. Vielleicht irre ich mich auch komplett. Ich habe auch nicht Psychologie studiert. Und doch kenne ich mich ein bisschen. Wie oft reicht schon ein Sonderangebot und ich kaufe im Supermarkt doch die Schokolade, obwohl ich mir vorgenommen habe, weniger Zucker zu konsumieren. Früher habe ich mich über mich selbst geärgert. Heute bin ich mir einfach bewusst, wie stark nur schon eine spezielle Präsentation im Laden reicht, um mich zu beeinflussen. Doch wenn der Supermarkt schon diese Macht hat, wie einfach muss es dann wohl sein, mich über Social Media zu beeinflussen? Denn da stecken Algorithmen dahinter, die in Zusammenarbeit mit Psycholog*innen entstanden sind. Vielleicht hast du dir zu einem Thema oder einer Person eine Meinung gebildet, ohne zu wissen, dass du nur ein Teilbild siehst.
Beispiel gefällig?
Du wirst Zeug*in des folgenden Gesprächs:
- Person A: "Wir konnten so gut lügen, niemand hat uns erwischt."
- Person B: "Ja, es war krass, wie wir alle hinters Licht geführt haben."
Was denkst du darüber?
Was schreibst du diesen Personen für Charaktereigenschaften zu?
Möchtest du diese Personen als deine Freund*innen haben?
Was, wenn ich dir sage, dass es sich um eine Unterhaltung über das Spiel Among Us (oder Werwölfe vom Düsterwald) geht. In beiden geht es darum, nicht aufzufliegen und man gewinnt, wenn man glaubhaft seine Rolle spielen kann.
Verändert das deine Meinung über die Personen?
Ist Manipulation tatsächlich so einfach?
Ich glaube ja: Habe ich nicht alle Informationen, bilde ich mir komplett andere Urteile. Was, wenn ich dabei denke, ich hätte das ganze Bild vor mir? Ich glaube, für Big Tech und Social Media ist das noch einfacher, als im echten Leben. Informationen können sehr viel schneller und einfacher verbreitet werden. Durch diese Informationsflut fälllt es uns schwerer, den Überblick zu behalten.
Ich glaube, es ist sehr einfach, uns zu manipulieren. Und du merkst es vermutlich gar nicht. Oder wie oft klickst du Pushnachrichten weg? Wie oft bist länger am Handy, als du eigentlich willst?
Und so fliesst jeden Tag Zeit und Geld zu Unternehmen, die häufig gegen deine Werte arbeiten.
Deprimiert und jetzt? - Bewusstheit
Vielleicht bist du jetzt etwas deprimiert. Vielleicht fühlst du dich sogar schuldig. Das liegt weit weg von meiner Intention. Wir sind alles Menschen und (Selbst-) Verurteilung hilft meiner Meinung nach nicht weiter. Und alles überstürzen und alle Apps und Dienste gleichzeitig wechseln, muss nicht sein. Vielmehr geht es mir darum, ein Bewusstsein zu schaffen. Dann kannst du aus dieser neuen Energie heraus entscheiden, was du beibehalten und was du ändern willst. Und zwar nicht aus Schuld sondern, weil DU dich bewusst dafür entscheidest. Dies ist aus meiner Sicht eine ermächtigende Haltung, die deine wahre Stärke erstrahlen lässt. 🥰